13.08.2003, 12:53:42
Hallo an alle.
Rainer schrieb:
>Mein Einwurf zu Thema: Loveparade in Berlin, die habe ich auf deren Höhepunkt (1997) mal (ganz am Rande, als genervter, in Berlin lebender Zuschauer) erlebt. Damals waren weit über eine Millionen Menschen beteiligt. Die haben x-Tonnen Dreck hinterlassen und der ganze Tiergarten stank 2-3 Tage lang nach Fäkalien. Menschen aller Nationen, aber hauptsächlich Deutsche waren beteiligt. Die Stadtreinigung hatte 1-2 Tage mit allem zu kämpfen, dann war der Normalzustand wieder erreicht.
Was ich an dieser Aussage sehr interessant finde ist folgender Punkt:
Die Straßenreinigung hatte 1-2 Tage zu kämpfen, und dann war wieder Normalzustand. Das war 1997. Heute (2003) ist zu beobachten, daß die Straßenreinigung in Berlin statt der üblichen 1-2 Tage, 4-5 Tage braucht um den Normalzustand wieder herzustellen. Auch nach Silvester war früher zu beobachten, daß am nächsten Morgen nichts mehr von der Knallerei verriet, weil die Straßenreinigung sehr gründlich alle Spuren rechtzeitig beseitigte. Das war früher. Heute liegt der Müll von Silvester, aber 3-4 Tage lang rum. Das hängt damit zusammen, daß die Stadt kein Geld mehr hat, und somit werden auch die Deutschen nachlässiger was den Müll angeht. Das zeigt doch, daß die Infrastruktur eine große Rolle spielt. Also ist das Problem doch etwas komplexer, und man kann nicht einfach sagen, die Deutschen haben ein höheres Umweltbewußtsein als die Griechen.
Stanley schrieb in einem Beitrag, daß wenn die B1 verdreckt ist, die Hemmschwelle deutlich niedriger wird, seinen eigenen Dreck obendrauf zu schmeißen. Das ist doch in Athen nicht anders. Wenn irgendwo Dreck rumliegt, schmeißt man seinen eigenen oben drauf. Aber... im Athener Flughafen kommt keiner auf die Idee seinen Dreck auf den Boden zu werfen. Und wenn es jemand tut, dann wird es innerhalb kürzester Zeit von der Putzfrau weggeräumt. (Ganz nebenbei... auch auf der Attiki Odos fahren die Griechen vorbildlich. Keine Geschwindigkeitsüberschreitungen und der Gleichen, und auch kein Müll der aus dem Fenster fliegt.) Vielleicht ist es ja so, daß wenn der Staat es vormacht, indem er dafür sorgt, daß die Stadt sauber aussieht, die Menschen automatisch folgen, und „Umweltbewußtsein“ entwickeln.
Grüße Dennis
Rainer schrieb:
>Mein Einwurf zu Thema: Loveparade in Berlin, die habe ich auf deren Höhepunkt (1997) mal (ganz am Rande, als genervter, in Berlin lebender Zuschauer) erlebt. Damals waren weit über eine Millionen Menschen beteiligt. Die haben x-Tonnen Dreck hinterlassen und der ganze Tiergarten stank 2-3 Tage lang nach Fäkalien. Menschen aller Nationen, aber hauptsächlich Deutsche waren beteiligt. Die Stadtreinigung hatte 1-2 Tage mit allem zu kämpfen, dann war der Normalzustand wieder erreicht.
Was ich an dieser Aussage sehr interessant finde ist folgender Punkt:
Die Straßenreinigung hatte 1-2 Tage zu kämpfen, und dann war wieder Normalzustand. Das war 1997. Heute (2003) ist zu beobachten, daß die Straßenreinigung in Berlin statt der üblichen 1-2 Tage, 4-5 Tage braucht um den Normalzustand wieder herzustellen. Auch nach Silvester war früher zu beobachten, daß am nächsten Morgen nichts mehr von der Knallerei verriet, weil die Straßenreinigung sehr gründlich alle Spuren rechtzeitig beseitigte. Das war früher. Heute liegt der Müll von Silvester, aber 3-4 Tage lang rum. Das hängt damit zusammen, daß die Stadt kein Geld mehr hat, und somit werden auch die Deutschen nachlässiger was den Müll angeht. Das zeigt doch, daß die Infrastruktur eine große Rolle spielt. Also ist das Problem doch etwas komplexer, und man kann nicht einfach sagen, die Deutschen haben ein höheres Umweltbewußtsein als die Griechen.
Stanley schrieb in einem Beitrag, daß wenn die B1 verdreckt ist, die Hemmschwelle deutlich niedriger wird, seinen eigenen Dreck obendrauf zu schmeißen. Das ist doch in Athen nicht anders. Wenn irgendwo Dreck rumliegt, schmeißt man seinen eigenen oben drauf. Aber... im Athener Flughafen kommt keiner auf die Idee seinen Dreck auf den Boden zu werfen. Und wenn es jemand tut, dann wird es innerhalb kürzester Zeit von der Putzfrau weggeräumt. (Ganz nebenbei... auch auf der Attiki Odos fahren die Griechen vorbildlich. Keine Geschwindigkeitsüberschreitungen und der Gleichen, und auch kein Müll der aus dem Fenster fliegt.) Vielleicht ist es ja so, daß wenn der Staat es vormacht, indem er dafür sorgt, daß die Stadt sauber aussieht, die Menschen automatisch folgen, und „Umweltbewußtsein“ entwickeln.
Grüße Dennis